Wenn KI-Bilder perfekt aussehen: Passen sie auch zur Marke?
Ein Handwerksbetrieb sucht Bilder für seine Website. Für die Startseite entsteht eine Illustration, die zeigt, wie aus einem dunklen Dachboden ein heller Wohnraum werden könnte. Für die Seite „Unser Team“ lässt der Betrieb ein Gruppenbild generieren. Die Menschen darauf tragen Arbeitskleidung und lächeln in die Kamera. Beide Motive sehen professionell aus. Doch nur bei einem erwarten Besucherinnen und Besucher, dass es etwas zeigt, das tatsächlich existiert.
Bilder geben Versprechen ab
Unter „Unser Team“ lesen wir ein Gruppenbild wie eine Vorstellung: Das sind die Menschen, die bei mir vor der Tür stehen könnten. Unter „Unsere Referenzen“ verstehen wir ein Foto vom fertigen Dachausbau als Beispiel dafür, was der Betrieb schon geleistet hat. Dieselbe Raumansicht kann unter „Ideen für Ihren Dachausbau“ als Entwurf funktionieren. Die Überschrift und der Platz auf der Website entscheiden mit darüber, was das Bild verspricht.
Genau da wird es werbepsychologisch interessant. Wer einen Handwerksbetrieb auswählt, will sich vorstellen können, wie der Umbau aussehen könnte. Gleichzeitig will man wissen, wem man die Arbeit anvertraut. Für die erste Frage kann ein generiertes Bild hilfreich sein. Für die zweite zählen Einblicke in den Betrieb, seine Menschen und seine Arbeit.
Was passt zur Marke?
Ein KI-Bild kann einer Marke eine eigene Bildsprache geben. Der Handwerksbetrieb könnte zum Beispiel mit einer Serie illustrierter Dachräume zeigen, wie unterschiedlich sich derselbe Grundriss nutzen lässt. Ein echtes Foto aus einem abgeschlossenen Projekt kann daneben zeigen, wie der Betrieb eine schwierige Dachschräge gelöst hat. Das eine Motiv macht eine Idee anschaulich. Das andere zeigt, wie der Betrieb arbeitet.
Vor der Bildauswahl helfen drei Fragen:
1. Was soll das Bild leisten? Soll es eine Idee zeigen, eine Stimmung vermitteln oder eine Leistung belegen?
2. Was halten Menschen an dieser Stelle für echt? Die Überschrift, die Bildunterschrift und der Stil des Motivs geben Hinweise darauf, wie es gelesen wird.
3. Was erfahren sie dadurch über die Marke? Ein Bild kann handwerkliche Sorgfalt zeigen, eine besondere Arbeitsweise erklären oder eine Idee sichtbar machen, die typisch für das Unternehmen ist.
Ein einfacher Test vor der Veröffentlichung: Zeige das Bild einer Person zusammen mit der vorgesehenen Überschrift und frage, was sie daraus über das Unternehmen schließt. Sagt sie „So könnte mein Dachboden aussehen“, erfüllt die Illustration ihren Zweck. Sagt sie „Das hat der Betrieb schon gebaut“, braucht das Motiv einen klareren Kontext. Ob das Bild zur Marke passt, zeigt sich daran, welche Erwartung es weckt und ob das Unternehmen sie einlösen kann.
