Werbewissen – Körperhaltung & Mimik

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Kommunikation über den Körper.

Oder: das Maul ist nicht alles!

Wir sprechen nicht nur mit dem Schnabel, so wie er uns gewachsen ist, nein, auch mit dem Körper! Ja auch du! Diesmal lassen wir (des Kaisers neue) Kleider bewusst außen vor. Für diese Fetzen Stoff haben wir Brigitte & Co, Mode tschüss, zumindest für heute. Wir machen uns nämlich nackich …

Im Grunde sprechen wir von einer Gebärdensprache. Beispielsweise unsere Mimik oder der Haltung des Körpers (Körperhaltung). All das teilt dem Gegenüber etwas mit. Und diese Wirkung können (sollten) wir in der Werbung steuern.

Wie oft habe ich mich schon darüber gewundert, wie heroische Firmenbosse – mit gekreuzten Armen vor der Brust – den Kunden gegenüber Nähe signalisieren wollten. Autsch. Dieses Posing (Fotografen-Neudeutsch für Körperhaltung) ist das intuitive Signal für: ich bin verschlossen, rühr mich nicht an. Kann das so gewollt sein?

Genau das sollten die guten (Werbe-) Fotografen – natürlich auch guten Agenturen – eigentlich wissen und tunlichst beratend einsetzen. Aber die Welt will jamesbondcool sein – der so umgarnte Kunde mag das allerdings gar nicht. Er fühlt und nimmt Abstand. Selbstdarstellung ist eben keine Werbung. Wieder einmal sollten große Gräben zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung aufgefüllt werden. Und darauf konzentrieren wir uns jetzt mal: auf die Fremdwahrnehmung.

Beispiel Körperhaltung
Allein im Stehen signalisiert der (ggf. abzulichtende) Mensch via Körperhaltung verschiedenste (stets innerliche) Befindlichkeiten.

Wenn ihr

die Hände in die Hosentasche steckt:
kommuniziert ihr widerwillig oder gar überlegen/unsicher zu sein

die Arme vor der Brust verschränkt:
signalisiert ihr ver(ent)schlossen, ernst und verteidigungsbereit zu sein

die Beine gekreuzt:
bedeutet, dass ihr defensiv und introvertiert, unterwürfig oder unsicher seit

den Blick zur Seite dreht:
wird man unglaubwürdig, nicht wahrheitsliebend, geheimnisvoll oder als nachdenklich eingeschätzt

die Hände in die Hüfte stellt:
denkt jeder, ihr seid selbstbewusst, startbereit, aber auch dominant

die Arme hinter dem Rücken legt:
zeigt ihr Selbstbewusstsein, Reife und Weisheit, sogar Überlegenheit.

Sodele, sucht euch was schickliches aus, nichts ist nur schlecht oder gut. Es kommt darauf an, was man daraus macht!

Beispiel Mimik

Ohne dass wir gleich von Gesichtsentgleisungen sprechen wollen, entfährt uns beispielsweise ein Lächeln meist so, dass wir es kaum kontrollieren können. Aber in der Werbung kontrollieren sollten!

Wusstet ihr, dass es ein Belohnungs-, Zugehörigkeits- oder Dominanz-Lächeln gibt? Ihr müsst ob dieser Tatsache lächeln? Warum nicht ;-) Lasst uns dennoch einmal mit einem Schmunzeln das Lächeln scannen, so wie es die Universität von Wisconsin-Madison getan hat. Denn Lächeln – ei der Daus – ziert mitnichten nur einen glücklichen Gemütszustand (und zeigt sich insbesondere am Mund). Oftmals kann viel Berechnung drin liegen. Ich habe mal versucht, eigenhändisch an mir zu fotografieren. Als da wäre:

Das Belohnung-Lächeln
hier wird sich der Musculus zygomaticus (Jochbeinmuskel oder auch Lachmuskel) eines Lächelnden symmetrisch anspannen. Die Folge, der Mundwinkel zieht sich nach oben, oft machen die Augenbrauen mit. Möchtest du beispielsweise, dass dich ein Baby anlacht, würdest du dieses Lächeln auftragen.

Das Zugehörigkeits-Lächeln
mehr ein Grinsen, hat zum Ziel, Toleranz, Anerkennung oder eine bestimmte Zugehörigkeit auszustrahlen. Man möchte durchaus harmlos wirken. Mal wieder wird der Mund – diesmal symmetrisch – leicht nach oben gezogen. Ganz wichtig, die Lippen bleiben zusammengepresst, ohne Blendamed-Zähne zu zeigen. Würdest du beispielsweise humorvoll zeigen wollen, dass du mehr weißt als dein Gegenüber, würdest du dieses Lächeln ausspielen.

Das Dominanz-Lächeln
hier dreht es sich klar um den eigenen (durchaus höheren) gesellschaftlichen Stand. Hier umspielt den Mund keine Symmetrie, ein Mundwinkel wird nach oben dirigiert. Augenbrauen und Wangen tendieren nach oben, ein durchaus genüsslicher Ausdruck entsteht. Würdest du beispielsweise signalisieren wollen, dass du mehr erreicht hast als dein Gegenüber, würde dein Gesicht dieses Lächeln auftragen.

Erfolgreiche Werbung greift stets und wissentlich die Unerklärlichkeiten auf, die die Natur in uns hineingefüllt hat. Es wäre doch gelacht, wenn ich mit diesen Weisheiten nicht in unser Verhalten zu Haltung von Körper & Gesicht eingegriffen hätte. Das passiert immer dann, wenn es darum geht, Menschen werblich zu beeinflussen, in eurem Sinne. Und dann machen wir es: mit Wissen Erfolge schaffen. So schafft Wissen Wissenschaft. Oder war’s andersrum?

Seid mit einem Lächeln (mit welchem wohl) gegrüßt.

Euer Eddi (alias Edgar Sonnenfroh)
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Oder den Filmclip auf Youtube ansehen!

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