Harte Fakten? Zählen nicht!

Warum du nur emotionell entscheidest

„… ich lasse mich nicht von Gefühlen leiten, schließlich bin ich Ingenieur!“. Mal ehrlich, hat dieser Ingenieur recht, denken rationale Menschen wirklich nur rational? Weit gefühlt, äh, weit gefehlt. Mitnichten, sie denken nicht rational, sie erklären ihre emotionale Entscheidung nur mit Fakten. Bingo, ihr werdet mich hassen ;-)

Im Gehirn beginnt alles

Im Gehirn beginnt alles. Insbesondere Entlastung. Würden wir nämlich jede der täglichen (rund 35.000) Entscheidungen rational bewerten und danach entscheiden müssen, würden wir durchdrehen. Unser Oberstübchen wäre sozusagen ständig im roten Bereich und das führt unweigerlich zum Kolbenfresser. Und das notwendige „Kühlwasser“ heißt Erinnerung. Hier liegt die Information, die wir unbewusst (gehirnentlastend) abfragen: gut oder schlecht?

Machen wir einmal auf Ant-Man, ihr kennt den Science-Fiction-Actionfilm rund um die Marvel-Figur, die sich auf atomische Größe verkleinern kann. Setzen wir uns in ein Minimini U-Boot und gehen auf Gehirnreise, dem Corpus Delicti auf der Spur. Oder: wer war zuerst da: die Henne oder das Ei? In unserem Falle: Ratio oder Emotion.

Lymbisches System

Abenteuerreise zum Mittelpunkt der Entscheidung

Frei nach Jules Verne, aber seid versichert streng wissenschaftlich eruiert, mit Fakten untermauert. Diese aufregende Reise wird euch aufzeigen, wie schnell ihr Entscheidungen trefft und warum das überhaupt – so einfach nebenbei – geht! Und diese Reise lässt sich gedanklich echt nicht abkürzen, schon gar nicht Zwischenstops überspringen! Ladies und Gentleman, bitte anschnallen, das Rauchen ein- und die Sitze aufrecht stellen. Unsere Entdeckungsreise beginnt, indem wir durch die Augen (Autsch) in das Gehirn „eintauchen“. Alles was wir

1. Sehen führt unmittelbar zur

2. „Primären Sehrinde“,
die liegt ganz hinten in deinem Hinterstübchen. Dort wird das Gesehene zuerst einmal wahrgenommen, somit existiert es faktisch in dir. Danach blubbern wir – respektive das Gesehene – weiter in den

3. Hypocampus,
dort werdet ihr euch erinnern, dass ihr schon einige Erfahrungen hierzu habt. Das Gesehene wird hier mit schon erlebtem verglichen. In unglaublich wahnsinnig schneller Zeit! So schnell könnt ihr gar nicht denken, wie ihr schnell denken könnt. In Nanosekunden ist die Erinnerung da und dann geht’s weiter zum

4. Lymbischen System,
dort werdet ihr fühlen. Die Erinnerung in GUT oder SCHLECHT usw. einteilen. Das bedeutet – bitte jetzt unbedingt aufpassen – eure Erinnerung kann sich diametral von anderen Menschen unterscheiden, ist somit auf euren subjektiven Urteilen aufgebaut. Eine einmal gemachte „schlechte Erfahrung“ wird immer wieder „schlecht“ beurteilt. Und umgekehrt – eine gute. Lasst dies einmal sacken! Denn erst danach geht die Reise weiter in den

5. Präfrontalen Vortex
zur Entscheidung. Auf Grund von Erinnern und Fühlen werdet ihr hier eine Entscheidung treffen. Wohlgemerkt: Entscheidung nicht auf Grundlage von Fakten 1 + 1 = 2! Da kommt meist diese Rechnung zustande 1 + 1 = 3. Sodele, nach diesem Schock kommen wir endlich zum

6. Handeln,
indem wir irgendein Körperteil physisch in Bewegung setzen. Das kann die Hand, der Fuß und eben auch das Maulwerk sein. Zwei Bit bitte, dass wäre bei uns Männern beispielsweise gern gesehen ;-)

Zeit zum Luft holen. Tauchen wir wieder auf, vergrößern wir uns und das Erlebte wieder um festzustellen: wir sind emotionsbestimmt, auch die (angeblich) so kühlen Rechner! Rational entscheiden ist scheinbar nicht naturgewollt. Jetzt erkennt auch der Letzte, dass wir nie, wirklich nie sachlich handeln, weil wir es schon vorher emotionell eingefärbt haben. Und das ist gut so.

Ich lass’ euch jetzt mal in Ruhe. Vielleicht macht ihr diese Mikrokosmos-Reise in neue Welten nochmals allein? So oder so, ihr macht sie täglich, stündlich, sekündlich, seid euch darüber bewusst. In diesem Sinne:

Zwei Bier bitte!

Seid in guter Erinnerung gegrüßt, euer Edgar Sonnenfroh

P.S. Schaut mal hier rein: Emotionen machen Gewinn!

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