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Gesichter in der Werbung

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Gesichter in der Werbung

Ein Gedicht, dein Gesicht

Intuitiv Gesichter blitzschnell erkennen

„Herr schmeiß Hirn ra!“ Zitat Dr. Gerhard Raff  – meistgelesener Dialektautor der Gegenwart! Wow und dieses Hirn kann was. Weniger als 0,5 Sekunden benötigt nämlich dein Oberstübchen um ein dir bekanntes Gesicht zu erkennen. Und um bei schwäbischen Superlativen zu bleiben, das ist schneller als ratzfatz.
Auch nach Jahrzehnten erkennt ihr so immer noch spielend ehemalige Schulfreunde(-innen), ob nun mit Lesebrille upgedatet oder mit Falten downgegradet. Selbst unter mittlerweile 7.591.541.000 Menschen auf der Erde – es funzt.

Gesichter umgehend zu erkennen, defacto in ihnen Geschichten lesen, das ist eine überaus nützliche Errungenschaft des Homo Sapiens. Und das Antlitz erkennen wir besser als Sachobjekte! Aus evolutionärer Sicht ist (war) das der entscheidende Überlebensvorteil! Ein klarer Grund um dies in der Kommunikation wertsteigernd einzusetzen.

Gesichter wirken schneller!

Zeit für den Inversionseffekt. Menschen erkennen Objekte auch dann, wenn sie 180° gedreht gezeigt werden. Aber, aber – bei Gesichtern kommen wir ins Straucheln. Deswegen ist es auch wirklich ungeschickt, z. B. Anzeigen effekthascherisch auf den Kopf zu drehen. Das funzt einfach nicht, wie ihr nachstehend seht. Die Brezel – als Objekt – könnt ihr wiederum drehen wie ihr wollt, sie bleibt immer ratzfatz erkennbar! Bei dem Eierkopp links muss Mann und Frau sich schon mächtig anstrengen. Und das liegt definitiv nicht an den kaum vorhandenen Haaren ;-) Fazit: Gesichter wirken nie im Kopfstand. Deswegen sind die Beine auch unten.

 

Ein Jahr (Ethno)Training

Verantwortlicher, sozusagen Trainer, ist ein Stück Sonderhirn: das sogenannte Gyrus fusiformis. Dieses Stück Hirnstruktur (hinten und unten verortet) reagiert allerdings ausschließlich bei menschlichen Gesichtern. Funzt nicht bei Tierbildern, funzt nicht bei Gegenständen. Und es muss im ersten Säuglingsjahr trainiert werden! Das vollzieht sich ähnlich wie beim Erlernen der Sprache und es existiert durchaus ein Zusammenhang zwischen dem Erkennen von Stimmen und von Gesichtern. Bleiben wir bei Bildern.

Interessanterweise gibt es einen anderen Effekt, den auch wir beim Einsatz von Gesichtern berücksichtigen müssen. Insbesondere wir in der Werbung. Angehörige einer gleichen Gruppe erkennen sich gegenseitig besser, als Mitglieder einer anderen Gruppe. So haben wir Europäer größere Schwierigkeiten Asiaten zu differenzieren, gilt selbstverständlich auch andersrum. Hier wirkt sich das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit aus.
So ist Multikulti zwar ein sozial wichtiges Anliegen und erstrebenswert, in der Werbung aber eher hinderlich. Denn die eigene Gesichtskultur wird schneller und favorisiert angenommen. Wir erinnern uns, es muss schnell gehen beim Verkauf deines Produktes! Erkennenszeit ist Geld.

Die Macht deines Gesichtes

Fast jeder kennt das Phänomen. Ich stehe Jemandem gegenüber, kann ihn plötzlich nicht mehr unmittelbar zuordnen – tief in mir drin kenne ich ihn oder sie aber. In der Regel funktioniert die Gesichtserkennung zum Glück zuverlässig. Ein Leben lang!
Diese Macht des unteren Gesichts 2/3, nebst Nase als Hauptkriterium, definiert Erkennung. Zwei Punkte werden erst durch einen marginalen Strich in der Mitte zu einem Gesicht. Und diese Schablone ist so mächtig verankert, das wir ein Gesicht immer und überall erkennen (wollen). Sei es in Strukturen von Wolken, irgendwo auf dieser Erde oder im Universum, wir wollen Gesichter sehen! Oder siehst du in nachstehenden Bildern nichts gesichtiges?

Unser Fazit? Lasst Gesichter sprechen!

Die Werbeleute wären ganz schön dumm, würden sie solch wirkungsvolle Bilder nicht einsetzen. Denn diese sprechen nicht nur schneller, sondern üben auch einen magischen Betrachtungsreiz aus. Freiwillig wohlgemerkt.

Es gab eine wissenschaftliche Studie, in der ein Bildmotiv – in zwei Ausführungen – von der Wirkung beurteilt werden sollte. Welche Ausführung würde vom Konsumenten eher positiv aufgenommen und länger betrachtet? Es ging um herrlichen Wein und es war zum Weinen, der Ausgang sonnenklar. Auf jedem Motiv eine wunschschöne und immer die gleiche Weinflasche mit prunkvollem Etikett. Nur war beim ersten Motiv als Hintergrund das stimmungsvolle Loiretal, Weinstöcke im Sonnenuntergang zu bestaunen. Traumhaft und verlockend schön. Im zweiten Motiv strahlte glückselig ein wettergegerbter Winzer den Betrachter an. Stolz geschwellte Brust, aber die gleiche Flasche. Welches Motiv hat nun den größeren Zuspruch erhalten?

Sage ich euch nicht! Wenn ihr das nun (nach 4.452 Buchstaben) immer noch nicht wisst: ruft mich an. 

Nach getanem Tageswerk werde ich nun nämlich ein leckeres Viertele schlotza um mal wieder ins schwäbische zu kommen. Nein, um Himmels Wille, „Herr schmeiß Hirn ra!“, kein Lemberger mit Trollinger Verschnitt, so schwäbisch muss es net sei, das funzt gar net. Ich steh auf sortenrein und ihr?

Seid herzlich von Angesicht zu Angesicht gegrüßt – bin mal gespannt, wer mich jetzt alles anruft – euer Edgar Sonnenfroh

 

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sonnenfroh werbeagentur Altenriet bei Reutlingen
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